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Ebichu is in da House~

 

Hallo ihr Lieben,

kommt euch der Titel bekannt vor? Vor fast genau einem Jahr gab es einen ähnlichen Artikel zu meinem, damals frisch eingezogenen, Mittelhamster Nepomuk. Ich fand es passend Ebichu auf die gleichen Art und Weise vorzustellen. Auf Twitter konnte man die neue Fellfluse bereits etwas kennen lernen und Bilder von ihm sehen.

Vor ziemlich genau einem Jahr ist Nepomuk  bei mir eingezogen, ich kaufte ihn damals in einer Zoohandlung in meiner Stadt. Erst danach fand ich zur Hamsterhilfe NRW, dieser Tierschutzverein nimmt Hamster auf, die aus einer schlechten Haltung oder dem Labor kommen. Auch ungewollte Zooschwangerschaften werden von der Hamsterhilfe aufgenommen, gepäppelt und neu vermittelt. Sofern der Interessent die Voraussetzungen besitzt um der kleinen Fellnase ein artgerechtes Zuhause zu geben.

Ich glaube es war vor etwa einem halben Jahr, als ich beschloss, dass meine Wohnung noch Platz für ein zweites Hamsterheim hat. Dieses Mal sollte es ein Tier aus diesem Verein sein, da ich Zoohandlungstiere bzw deren Verkauf eigentlich nicht unterstützen möchte und nun eine Möglichkeit gefunden hatte, wie ich einen Hamster adoptieren konnte. In den hiesigen Tierheimen gab es zwar häufig Kaninchen und Meerschweinchen, gelegentlich Ratten, ganz selten Chinchillas und dergleichen, doch nie Hamster.

Sehr bald viel mir eine hübsche Mittelhamsterdame auf, die zudem noch handzahm sein sollte. Eher eine Seltenheit bei diesen Tieren, da sie eher als Beobachtungstiere gelten und man sie nicht als Haustiere zum flauschen kaufen sollte. Nepomuk war inzwischen soweit, dass er keine panische Angst vor meiner Hand mehr hatte und sogar Körner aus ihr nahm, aber zahm sah anders aus. Einige Tage später meldete ich mein Interesse an der Hamsterdame an, doch bald wurde mir mitgeteilt, dass es bereits Interessenten gab und eine Vermittlung sehr wahrscheinlich war. Im ersten Moment war ich etwas traurig, aber ich freute mich auch für die Fellnase und beschloss weiter regelmäßig bei der Hamsterhilfe vorbei zu schauen.

Anfang Juli stieß ich dann auf das hübsche Bild des gerade aufgenommenen Ebichu, ein im April diesen Jahres geborener Hybrid-Zwerghamster. Meine Mutter sagt immer, dass die Tiere die richtigen sind, wenn sie mit dir sprechen. Grisu hatte mit mir gesprochen, ebenso Nepomuk und nun sprach Ebichu mit mir. Ganz klar und deutlich. Diesmal wollte ich keine Zeit verlieren und schrieb sofort dem genannten Kontakt, Steffi, dass ich Interesse an dem kleinen Mann habe. Das war am 10. Juli kurz nach 22 Uhr und 34 Nachrichten später meldete ich Steffi, dass Ebichu heile in seinem neuen Zuhause angekommen war.

Vierunddreißig Nachrichten – um es mal ausgeschrieben zu sehen – sind eine ganze Menge geschriebene Wörter. Um ehrlich zu sein, habe ich am Anfang nicht gedacht, dass es so lange dauern würde bis ich sagen konnte „Ich habe Ebichu adoptier!“. Nach meiner Vorstellung hätte ich die Mail geschrieben, mit den Infos zum Gehege etc, und anschließend ein Ja oder ein Nein bekommen. Zack. Ende. Doch so war es ganz und gar nicht. Steffi wollte wissen was für ein Gehege ich habe – logo – doch das war dann zu klein, also besorgte ich ein größeres, mit den entsprechenden Maßen (100x50cm). Dann sollte ich zeigen wie es eingerichtet ist: ist ein Sandbad vorhanden? Ein Laufrad? Hat es die richtige Größe? Gibt es genug Unterschlüpfe und Versteckmöglichkeiten? Gibt es einen Auslauf und wenn ja wie groß ist der?
Natürlich reichte es nicht ihr zu schreiben, dass alles da ist, es sollten auch Fotos geschickt werden, denn erzählen kann man ja viel, wenn der Tag lang ist.

Schließlich war alles geklärt: ich habe einen Käfig in der richtigen Größe, mit genügend Einstreu, Versteckmöglichkeiten und einem Laufrad, dass groß genug ist. Achja der Auslauf war inzwischen auch genehmigt. Nun musste nur noch ein Termin für die Übergabe gefunden werden, dass war relativ leicht, denn er musste nach der Quarantänezeit liegen.

Heute war es dann endlich soweit. Nach 1 ½ Stunden Fahrt kam ich am Treffpunkt im Münsterland an und traf auf Steffi und Filissa. Beides sehr nette Frauen, bei denen man merkt, dass sie mit Herz und Seele dabei sind. Steffi ist mit mir die Zettel durchgegangen, die ich Unterschreiben musste um Ebichu zu bekommen. Ein Schutzbrief, wie bei jedem anderen Tier das man aus einem Tierheim adoptieren möchte. Filissa hat mir etwas über Ebichu erzählt, wie zum Beispiel, dass er sich ganz lieb hochnehmen lässt – das hatte sie mir beim umsetzten in meine Transportbox gezeigt – und wann seine ungefähre Aufstehzeit ist. Natürlich kann sich diese noch verändern. Außerdem ist er ein neugieriger Kerl, der sich sicherlich prächtig entwickeln wird. Wir haben eine ganze Weile miteinander gesprochen, es war sehr angenehm. Ich habe mich wohl gefühlt und hatte zu keinem Zeitpunkt das Gefühl in einem Kreuzverhör oder ähnlichem zu sitzen.

Inzwischen verstehe ich auch, warum Steffi Ebichus zukünftiges Zuhause sehen wollte, denn letztendlich hätte ich mir auch ein Bild von einem tollen Gehege aus dem Internet ziehen und ihr schicken können. Die Vermittlung geschieht auf einer Vertrauensbasis, denn letztendlich kann keiner nachprüfen wie das neue Zuhause tatsächlich ist.

Ich finde es gut, dass die Vermittlung unter vergleichsweise strengen Bedingungen erfolgt, denn wem das schon zu viel ist, der braucht auch keinem Tier ein Zuhause zu geben.

Die Rückfahrt war ruhig, sowohl auf der Straße als auch in der kleinen Transportbox neben mir, erst als ich auf den Hof fuhr streckte Ebichu seine Nase unter der Weidenbrücke hervor, als wolle er sagen „Sind wir endlich Zuhause?“. Da mein Vater bereits im Haus war, stellte ich ihm Ebichu vor. Der kleine Fellpopo streckte die Nase hinaus und buddelte sich dann wieder ein. Was interessierte ihn der alte Mann?

In meiner Wohnung war ich nun wirklich gespannt wie ein Flitzebogen. Klar, bei Filissa war er ganz brav gewesen, aber das hieß ja nicht dass er es auch bei mir sein würde. Immerhin hatte er 1 ½ Stunden Autobahn hinter sich. Ich schaute mich um – keine Katzen, sehr gut! Falls etwas schief ging, wollte ich mir nicht auch noch darum Sorgen machen müssen. Die drei Geschwister ließen Nepomuk zwar in seinem Käfig in Ruhe, aber ein Ebichu der durch die Wohnung flitzt? Ich sag nur: Instinkte.

Ich wollte Ebichu erstmal hervorlocken indem ich etwas in dem Einstreu seiner Box wühlte. Der Hamster guckte raus – und vergrub sich wieder. Okay, damit hätte ich rechnen müssen. Also wurde die Weidenbrücke entfernt und ins neue Zuhause gestellt. Nun hatte ich damit gerechnet das Ebichu in Panik gerät, aber nichts geschah. Die Fellnase tapste durch die Box, beschnupperte meine Hand und ließ sich – ganz easy peasy – greifen. Ich setzte ihn in den Käfig und war mir nun sicher, dass er sofort reiß aus nehmen würde, doch stattdessen beschnupperte er noch etwas meine Hand und sah sich um. Langsam kletterte er, rückwärts, herunter, ließ jedoch eine Pfote noch auf meinem Finger. Schließlich siegte wohl die Neugier und er begann sich etwas umzusehen. Ich hoffe er nimmt das Mehrkammernhaus an und bleibt nicht unter der Etage, wo er sich zunächst zurück gezogen hat.

Ich freu mich schon sehr darauf zu sehen wie Ebichu sich entwickelt und wie viel Vertrauen er mir letztendlich wirklich schenken wird!

Nachdem ich den Käfig das erste Mal eingeräumt hatte, war ich noch nicht so richtig zufrieden. Und schließlich packte mich heute noch einmal die Einrichtungswut – natürlich bevor ich Ebichu abgeholt habe – und das Zuhause wurde noch einmal gründlich umgekrempelt. Nun finde ich es gut und Ebichu auch!

Inzwischen war Ebichu auch schon in seinem Auslauf und ließ sich ganz lieb auf die Hand nehmen. Es ist unglaublich wie lieb und zutraulich dieser Hamster ist!

Ebichu ist einer von drei Hybriden, die aus einem privaten Notfall gerettet wurden. Die alte Hybridendame, aus diesem Notfall, bleibt als Dauerpflegling in ihrer Pflegestelle und das andere Zwergenmädchen, seine Schwester, wurde ebenfalls bereits vermittelt.

~*~*~*~

Kleines Nachwort: Nepomuk geht es gut, was bedeutet das es nun zwei Hamster in meinem Zuhause gibt. Was, auf Twitter, immer wieder zu einer Frage bzw Aussage führte „Du hast zwei Hamster? Aber die sind doch Einzelgänger, oder? Hast du denn dann zwei Käfige?“ (in meinen Worten wiedergegeben). Ich gehe mal davon aus, dass diese Aussagen nicht böse gemeint sind, dennoch hier nochmal ganz deutlich: Es ist allgemein bekannt, also auch mir, dass Hamster Einzelgänger sind und selbstverständlich haben Nepomuk und Ebichu separate Gehege! Lediglich den Auslauf teilen sich die beiden Hamster, allerdings nicht zur gleichen Zeit! (Was auch selbstverständlich ist, aber ich sag es trotzdem noch einmal) Ich frage mich wirklich wie man auf die Idee kommt solche Fragen zu stellen, allerdings weiß ich auch wie oft sich Menschen kopflos Tiere holen, welche dann unnötig leiden müssen. Manchmal sogar ihr Leben lang. Aber da ich Ebichu aus der Hamsterhilfe NRW, einem Tierschutzverein speziell für Hamster, habe, würden sie nicht zulassen, dass ich Ebichu zu einem anderen Hamster setze. Mal ganz davon abgesehen, dass der kleine Hybrid das nicht überleben würde.

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