Allgemein · Messe/Convention · Schreiben · Schreibnacht

1. Internationale Autorenmesse – wenn der Name garantiert nicht die Qualität der Messe widerspiegelt

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Gestern fand die 1. internationale Autorenmesse in Frankfurt am Main statt. Ich war bereits früh morgens auf, da ich einen Weg von 3 ½ Stunden bis zum Messegelände hinter mich bringen musste und natürlich pünktlich sein wollte. Es hieß also um 6 Uhr losfahren, gut ich hab es erst um 20 nach 6 geschafft, aber was solls. Nachdem ich kurz eine falsche Abfahrt bei Bielefeld genommen hatte, verlief die Fahrt recht uninteressant. Ich war wach, ausgeruht und hatte gute Laune, was will man mehr?

Meine Laune sank als ich recht knapp in Frankfurt ankam und das Parkhaus Palmengarten nicht fand. Ich hatte zu sehr auf das Navi vertraut anstatt einfach mal die Straßenschilder zu lesen. So folgte eine kleine Odyssee durch Frankfurt, ich mag es nicht in dieser Stadt zu fahren. Ganz und gar nicht! Als ich endlich mein Auto abgestellt und Sue gefunden hatte war es bereits 11 Uhr, ich sollte ursprünglich 10:15/:30 Uhr ankommen. Wir trafen uns direkt im Hörsaal 9. Dort sollte es einen Vortrag zu dem Thema »Fehler, Fallstricke, Erfolge – Erfahrungen am eigenen Buch« geben, der Vorträger hieß André Daus. Spannendes Thema. Eigentlich, es sei denn der Vortragende nutzt diese Möglichkeit mehr der Eigenwerbung als der Information. Letztendlich habe ich aus diesem Vortrag mitgenommen, dass ein Autor aufpassen sollte bei welcher Online-Druckerei er seine Bücher drucken lässt und das es manchmal »zu Weihnachten keine Fadenbindung gibt«.

Nun war es bereits 12 Uhr, was bedeutete dass das Schreibnachttreffen auf dem Platz vor dem Hörsaalgebäude anstand. Es gab Schreibnacht-Aufkleber, auf die wir unsere Namen schreiben konnten. Außerdem verteilte Jen noch Sticker der Schreibnacht. Nachdem ein wenig geredet wurde, verteilten sich die Schreibnächtler wieder auf die Hörsäle. Wenn man sich zwischendurch traf, wurde sich über die verschiedenen Vorträge unterhalten, wobei kaum einer gut weg kam.

Sue und ich wanderten wieder in den Hörsaal 9, diesmal sollte dort ein Vortrag zu dem Thema »Warum niemand Ihr Buch verlegt – Fehler, die Sie niemals machen sollten«. Der Sprecher hieß Michael Schickerling, war nicht nur um einiges sympathischer als der erste, er hatte seinen Vortrag auch um einiges besser vorbereitet. Die Präsentation fand mit PowerPoint statt und war in 6 Lektionen und 12 Tipps aufgeteilt. Es gab, für mich, keine bahnbrechenden oder besonders neuen Erkenntnisse, dennoch waren sie unterhaltsam vorgestellt. Besonders interessant war das Thema wann ein Verlag »genervt« werden sollte, eigentlich nie, aber wenn dann mit viel Charme.

Direkt im Anschluss, aber leider in einem anderen Hörsaal, gab es das Thema »Publizieren mit oder ohne Verlag – welches ist der Königsweg zum eigenen Buch?«. Das Thema fand ich sehr interessant, da ich mir selber noch nicht vollkommen sicher bin. Als wir in dem Raum ankamen war dieser bereits völlig überfüllt, daher haben wir beschlossen uns stattdessen die verschiedenen Stände anzusehen.

Falls einer von euch in diesem Vortrag war, würde ich mich sehr, sehr freuen wenn ihr mir erzählt (oder euren Blog verlinkt) wie er war, danke!

Die Stände verteilten sich auf der obersten und untersten Etage, es gab Verlage (neobooks, Bastei Lübbe), Zeitschriften (Textart, Texthexe), viele eigenständige Personen und auch den Bundesverband junger Autor/innen (BVJA). Sogar Wolfgang Hohlbein war anwesend und hielt eine Lesung. Es gab einige Möglichkeiten für gute und interessante/informative Gespräche, leider gab es auch das Gegenteil. Es gab Stände an denen man lange stehen und sich mit Flyern beschäftigen konnte ohne das man angesprochen oder auch nur beachtet wurde. Ich weiß nicht, ob diese Leute mich nicht ernst genommen haben oder ob sie selbst vielleicht auch von der Messe enttäuscht waren, aber das war unangenehm. Glücklicherweise gehörten diese Informationstische nicht zu meinen Favoriten.

Am frühen Nachmittag gab es schließlich noch einen Workshop von neobooks zu dem Thema »Marketing für Self-Publisher: Was kannst du selbst für dein Buch tun?«. Unnötig zu erwähnen, dass sich dort viele der Schreibnächtler wiederfanden, oder? Der Workshop wurde von Verena (Vivi) Vogt gehalten. Sie arbeitete mit Text, der an die Wand geworfen wurde, bezog immer wieder das Publikum mit ein. Dadurch erfuhr man viel über die Arbeit der anderen Autoren und konnte ihre Erfahrungen teilen. Im Nachhinein musste Sue schon gehen und ich bin noch einmal durch die Räume geschlendert bis es Zeit wurde um sich mit den anderen aus dem Forum zu treffen.

Wir verteilten uns auf die Autos, wobei ich Jens mitnahm und damit einen netten Gesprächspartner hatte. Wir wollten um den Abend noch im Restaurant »Das Leben ist schön« fahren ausklingen lassen. »Das Leben ist schön« ist ein wirklich tolles italienisches Restaurant mit hunderten von gerahmten Fotos an den Wänden. Wir bestellten etwas zu essen, dass eher kam als es uns in einer Mail angekündigt wurde, und unterhielten uns viel. Dieser Abend war eindeutig das Beste an dem ganzen Tag.

Gegen 22 Uhr machte ich mich auf den Weg nach Hause, ich gab Ellen noch ihr T-Shirt vom Girugamesh Konzert und tankte. Natürlich verfuhr ich mich mal wieder, trotz Navi. Als ich endlich auf der Richtig Autobahn angekommen war, wurde ich unglaublich müde. Mit einigen kurzen Pausen auf Rasthöfen und Energydrinks schaffte ich es dann doch nach Hause und fiel um kurz nach 2 Uhr morgens todmüde in mein Bett.

Fazit:
Die Autorenmesse schien mehr an Menschen gerichtet gewesen zu sein, die sich vorher kaum selbst informiert haben. Falls es denn ein Konzept für diese Zusammenkunft gegeben hat. Letztendlich musste ich für mich feststellen, dass mir diese Messe nichts oder nicht viel gebracht hat. Schon gar nicht für 44€, ja ich habe noch den originalen Preis bezahlt, und für eine 3 ½ stündige Fahrt. Das Treffen der anderen Schreiberlinge ist davon natürlich ausgenommen ❤

Wenn es eine zweite Autorenmesse geben sollte, würde ich die vermutlich nicht besuchen.

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6 Kommentare zu „1. Internationale Autorenmesse – wenn der Name garantiert nicht die Qualität der Messe widerspiegelt

    1. Richtig! Für 14 oder 5€ hätte ich es einfach in den Erfahrungspool geworfen und mich achselzuckend etwas anderem gewidmet, aber so ärgere ich mich sehr darüber. Auch die lange Fahrt macht es nicht wirklich besser. Immerhin gab es das Treffen 🙂

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      1. So eine unfassbar lange Fahrt ist ja auch nicht ungefährlich mit dem Auto :/
        Schade, dass wir uns nicht begegnet sind. Wobei, du warst nicht zufällig unter den Menschen bei der Hohlbeinlesung in der ersten Reihe, die sich gelegentlich zu mir umgedreht haben? Ich war total verunsichert, weil sich dauernd jemand umgedreht hat und habe mich meinerseits umgedreht *g*.
        Ich glaube, das Treffen mit lieben Menschen reißt viele Dinge heraus.
        Fährst du zum BuCon in Dreieich-Sprendlingen?

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      2. Ja, besonders in der Nacht war es blöd, wegen der Müdigkeit, aber zur Not hätte ich Schlafsachen dabei gehabt 🙂 Ja, das ist schade :O vielleicht ein anderes Mal 🙂 Nein da war ich leider nicht mit bei :/ warst um 12 beim Treffen der Schreibnacht oder im Restaurant? 🙂 bisher ist da nichts geplant, müsste erst wegen dem Datum und der Strecke etc gucken 🙂

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      3. Zum Glück ist alles gut gegangen <3.
        Auf alle Fälle!
        Schade :(.
        Nein, ich war nicht beim Schreibnachttreffen, da ich mich mit anderen Autorenkollegen getroffen habe. Ich hätte mich vierteilen müssen, um zu allen Treffen zu gehen, an denen ich gerne teilgenommen hätte und so musste ich einige Abstriche machen. Aber es ist ja nicht das letzte Treffen.
        Es ist der Buchmessesamstag 🙂

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      4. Allerdings 😀
        Oha :O da hattest du ja einiges zu tun 🙂 richtig, es wird noch reichlich Treffen geben auf denen man sich sehen kann 🙂 ich schau mal wie es damit aussieht 😀 interessant wäre es alle mal! 🙂

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