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Zum Deubel mit der Muse

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Die Muse, dieses mystisch-magische Wesen, welches hinter dem Schriftsteller oder dem Künstler schwebt und ihn beeinflusst. Keiner weiß so wirklich wie sie aussieht, doch in einem sind sich die Meisten sicher: die Muse ist ein launisches Wesen ohne das man seine Kreativität nicht oder nur schwer verarbeiten kann.

Immer wieder lese ich in verschiedenen Foren oder sozialen Netzwerken, dass Schreiberlinge oder Zeichner ihre Muse suchen. Sie können gerade nicht schreiben oder zeichnen, weil sie sich zieren, zickig sind oder mit einem Cocktail am Strand liegen und sich herzlich wenig um die Belange ihrer vermeintlichen Meister scheren.

Als ich wieder anfing meine Kreativität auszuleben, habe ich ähnlich gedacht: „Heute kann ich nicht schreiben/zeichnen, weil sich meine Muse versteckt hat. Ohne meine Muse kann ich nicht schreiben/zeichnen.“ Aber jetzt seien wir doch mal ehrlich, dass ist eine billige Ausrede. Natürlich gibt es Momente in denen man sich besonders inspiriert fühlt ist und das Gefühl hat von einer Muse berührt worden zu sein, dann funktioniert es mit dem Schreiben wie von selbst und die Wörter scheinen nur so auf den Bildschirm zu fliegen. Die Strichen zeichnen sich aufs Papier ohne dass du es merkst.

Diese Situationen jedoch alleine auf das mythische Wesen zu beschränken ist, nach meiner Auffassung, recht unklug. Es gibt immer Phasen in denen man sich besser oder schlechter vorkommt. Otterfly hat das Phänomen in einfachen Worten, aber sehr einleuchtend erklärt. Außerdem ist es sehr viel hilfreicher wenn man das Wort Muse durch Disziplin ersetzt, denn dass ist es worauf es wirklich ankommt. Richard Norden hat dazu ein ganzes Buch geschrieben, ein ziemlicher Augenöffner.

Du fragst dich wie dir diese Informationen helfen sollen und was ich eigentlich von dir will? Es ist ganz einfach: schreib!

Schreib, wenn es dir gut geht.

Schreib, wenn es dir schlecht geht.

Schreib, wenn du motiviert bist.

Schreib, wenn du unmotiviert bist.

Schreib einfach jeden Tag!

Aber es lohnt sich nur wenn du pro Tag mindestens 1k schreibst? Blödsinn! Jeder Satz bringt dich näher an dein Ziel und hält dich in der Geschichte, wenn du es willst. Und genau das ist der Punkt: du musst es wollen. Es ist einfach zu schreiben, wenn du richtig Bock drauf hast und sich deine Finger wie von selbst bewegen, doch die richtige Herausforderung beginnt erst, wenn die Wörter zäh sind und deine Gedanken abschweifen. Und wenn du in diesen Momenten trotzdem ein, zwei Sätze oder 100 Wörter auf einen Zettel, in einem Dokument oder auf deinem Handy notierst, kannst du stolz auf dich sein. Mit der Zeit wird dir das tägliche Schreiben einfacher fallen und du wirst zu deiner eigenen Muse.

„Oh nein, ich habe heute kein einziges Wort geschrieben! Ich bin so schleheheheeecht!“ – „Na und?“
Dann hast du heute mal kein Wort geschrieben, dass ist kein Weltuntergang. Jeder hat mal einen Tag an dem er oder sie sich lieber vor dem TV kuschelt, was mit Freunden unternimmt, puzzelt oder sonst etwas macht, das nicht mit dem Schreiben zu tun hat. Genieße es und entspann dich! Vielleicht überkommt dich doch noch den Drang etwas zu schreiben und wenn nicht ist morgen auch noch ein Tag.

Und um nicht in diese „Morgen ist auch noch ein Tag“ – Phase zu geraten, was zugegebener Maßen sehr schnell passieren kann, kannst du dich wunderbar mit anderen Schreiberlingen motivieren, denn die meisten kennen das Problem von sich selbst. Mach spontan den ein oder anderen WordWar und schon hast du ein paar hundert Wörter und bist wieder im Schreiben drin, das sprichwörtliche Eis ist gebrochen. Du kannst dir natürlich auch auf eine Art Belohnungssystem zurückgreifen, wichtig ist dass es zu dir passt und du dich nicht versuchst in einen Rahmen zu pressen, der dir nicht steht.
Kurzum: nimm deine Muse nicht als Ausrede, denn nicht das mythische Wesen schreibt deinen Roman/zeichnet dein Bild, sondern du machst das!

Ich möchte damit übrigens niemanden beleidigen oder ähnliches, mir ist das lediglich aufgefallen und da ich mal ähnlich Musen-abhängig war, wollte ich gerne einen Text dazu verfassen. Letztendlich ist es natürlich jedem selbst überlassen wie er oder sie sich seinem Hobby widmet 🙂

Wie steht ihr zu dem Thema „Muse“? Erzähle ich nur Blödsinn oder findet ihr euch in dem Text wieder? Oder habt ihr noch eine andere Meinung dazu, die ich außer Acht gelassen habe?

P.S.: es gibt bei WikiHow einen Artikel zum Thema Muse und seine eigene Muse sein 😉

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Ein Kommentar zu „Zum Deubel mit der Muse

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