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ein märchenhaftes Ort oder: das Café Schneewittchen

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In Herford gibt es, versteckt vor aller Augen, ein kleines Café mit einer einzigartigen Atmosphäre.

Vor etwa ein oder zwei Jahren habe ich, in der Friedhofstraße in Herford, an einer weißen Hauswand ein kleines goldenes Schild gesehen, aber ich konnte nicht genau lesen was darauf stand. Ein anderes Mal musste ich auf Höhe desselben Hauses halten und konnte das Schild lesen: Café Schneewittchen. Ulkiger Name. Immer wieder dachte ich an dieses kleine Café in dem Wohnhaus und dem Mäuerchen davor. Ich fragte
mich wie es darin wohl aussah und was dort angeboten wurde, welche Leute so einen Ort besuchten. Doch es dauerte lange bis ich es herausfinden sollte.

Gestern habe ich beschlossen dem Geheimnis Café Schneewittchen auf den
Grund zu gehen und heute war ich nun endlich dort.

Von außen sieht das Café nicht nach viel aus, was zum Teil auch am Wetter liegen könnte. Es befindet sich in einem weißen Wohnhaus, von einer kleinen Steinmauer, auf der ist ein Eisenzaundings, eingezäunt
geht man durch ein eisernes Tor und steht in einem kleinen Vorhof ähnlichem Bereich, welcher einmal halb ums Haus führt. Es war noch ein Holztisch aufgebaut und der Bereich neben der Tür dekoriert.

Wenn man die Tür öffnet ertönt ein Läuten von zwei dicken Glocken, die an der Klinke der Tür befestigt worden sind.
Das Café selbst besteht aus einem großen Raum. Links neben dem Eingang
befindet sich ein Biertisch und die dazugehörige Bank auf der Kerzen und Vasen angerichtet sind. An den Fenstern stehen zwei Tische mit je vier Stühlen. Am vorderen Tisch sind es gepolsterte und man sinkt förmlich in ihnen ein, der hintere Tisch ist mit schön verzierten
Holzstühlen versehen. Hinter den beiden Tischen befindet sich noch ein einzelner Sitzplatz.

Auf der linken Seite des Raumes befindet sich eine kleine Treppe die nach unten führt, danach geht es an der Wand weiter mit dem Küchenbereich. Dieser erinnert an eine Küche in einem Zuhause. Es gibt
einen Ofen und eine Spühle. Dem gegenüber ist der Verkaufsthresen. Auf
ihm befindet sich auch eine Auswahl an Tee, den man bestellen kann.
Weiterhin gibt es große Gläser in denen u.a. Kekse, Noughatstreifen
und ähnliches darauf warteten verkauft zu werden.

Der Thresen und die Auslage werden durch ein großes Regal verbunden, in dem zum Beispiel Marmelade zu verkauf steht. Danach folgt die eben erwähnte Auslage in der selbstgebackener Kuchen und Muffins liegen.

Die Dekoration des Cafés ist verspielt-märchenhaft und würde ich einige der  Gegenstände in einem Laden liegen sehen, fielen sie direkt in die Kategorie Kitsch, aber in diesem Café passt alles wunderbar zueinander.

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Nun zu meinem Besuch dort:

Schon von der Straße aus hatte ich gesehen, dass das Café nicht so leer war wie ich es heimlich gehofft hatte. Als ich es betrat war ich sehr unsicher, da ich nicht wusste was mich erwarten würde. Als ich durch die Tür kam wurde ich von einer telefonierenden Frau begrüßt,
was mich zunächst ziemlich irritierte.

Da nur der vordere Tisch frei war setzte ich mich dort hin, betrachtete den Korb mit den Äpfeln (testete ob sie echt waren – sind sie) und schaute auf eine
interessant illsustrierte Aufgabe des Schneewittchen-Märchens. Schneewittchen (ich kenne ihren Namen nicht) kam zu mir, begrüßte mich und fragte was sie mir bringen könnte. Da es keine Karte gab und ich erst beim bezahlen das beschriftete Schild entdeckte zählte sie Getränke und Essen auf.

Für mich gab es zunächst einen grünen Tee mit Granatapfel, der wunderbar leicht und erfrischend schmeckte und auch kühler nichts an Geschmack einbüßte, sie gab mir auch eine Empfehlung wie lange ich den Tee ziehen lassen sollte. Serviert wurde der Tee in Glaspötten mit einen Deckel, damit der Tee gut ziehen kann, außerdem natürlich
Untertasse, Löffel und Keks.  Dazu bestellte ich einen Apfel-Streuselkuchen. Beides wurde prompt geliefert.

Mein eigentlicher Plan war es Tee und Kuchen auf die Seite zu stellen, das Netbook auszupacken und gleichzeitig zu schreiben und zu essen. Leider scheiterte das schon daran, das ich mich nicht traute das Netbook aus der Tasche zu nehmen. Ich widmete mich also erstmal dem Apfelkuchen und konnte gar nicht genug davon bekommen. Die Streuselschicht war
angenehm dick und die Äpfel nicht zu süß und angenehm sauer. Auch die mit Zimt bestreuten Apfelscheiben wurden direkt verputzt. Währenddessen nahm mich die Atmosphäre des Cafés gefangen – zugegeben das klingt jetzt schnulzig und übertrieben absurd, aber anders kann
ich es nicht erklären. Als es draußen dunkler wurde, begann Schneewittchen die vielen, vielen Kerzen und Teelichter anzuzünden, was ich unglaublich gefeiert habe!

Gerade als die anderen Kunden das Café verlassen hatten und ich mir von Otterfly, Lisa und Meritre genug Mut geholt hatte wollte ich noch einen Tee bestellen und das Netbook tatsächlich auspacken, ein WordWar mit Chazy stand ja an. Doch als ich Schneewittchen nach dem zweiten
Tee fragte und sie mir den Roter Janosch empfohl, sie reichte mir sogar die Tüte damit ich am Tee riechen konnte, begannen wir ein Gespräch das schnell an..ja an was?
Genau, es gewann an Genialität, nicht das wir irgendwas weltbewegendes erfunden hätten, vielmehr war es so, dass wir eine sehr ähnliche Meinung und Lebenseinstellung hatten. Es war eines dieser Gespräche die ich eher selten habe, wir gelangten von Hökschen auf Stöckschen und die Zeit verging wie im
Flug.

Als ich ging nahm ich noch zwei Apfel-Muffins mit und verabschiedete mich von Schneewittchen und dem Café mit der festen Absicht wieder zu kommen.

Über Twitter hatte ich mit Lisa darüber geschrieben wie schön es ist in einem Café zu schreiben und was ein Café haben muss, damit es für einen Autor geeignet ist.
Das Schneewittchen hat eigentlich nichts davon, aber es hat die richtige Atmosphäre.

Noch ein paar Fakten:

Schneewittchen packt nach dem Prinzip Nachhaltigkeit. Sie kauft auf dem Wochenmarkt ein, der Kuchen zB bestand aus Äpfeln, die sie bei Freunden gepflückt hatte oder von ihnen bekommen hatte. Da sie selber backt gibt es innerhalb der Woche eine übersichtliche Auswahl, denn sie will nichts wegschmeißen müssen. Da am Sonntag mehr Kunden kommen, gibt es an dem Tag auch eine größere Auswahl.

Am Montag ist Ruhetag und in der restlichen Woche hat das Café von 12 – 18 Uhr geöffnet (laut Internet, aber da wird noch nachgefragt).

Wer also in der Nähe wohnt und gerne etwas neues und definitiv anderes
ausprobieren will sollte nach Herford in die Friedhofsstraße und dort
Schneewittchen in ihrem Café besuchen 😉

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